Samstag, 5. September 2020

Canyon dit "Trou de Bozouls"


Gestern hätten wir uns gerne mehr angeschaut in der Umgebung von Carcassonne. Es gibt so viel zu sehen und die Zeit reicht einfach nicht, z.B. eine alte Papiermühle (Le Moulin à Papier de Brousses), welche noch betrieben wird, oder die Schlucht "Gorges de Galamus".

Wir starten bei 19 Grad und Sonne, weiter in Richtung Norden. Es ist 10 Uhr. Die Strecke führt uns über Albi, nicht über Aldi, erstmal 126 km. Unterwegs gibt es ein paar Schnappschüsse.

Albi, nich Aldi


Viadukt ("Noveau Viaduc du Viaur") Eisenbahnbrücke

Rodez


12:05 Uhr sind wir am Ziel, 26 Grad. Ein Dorf, wo die Häuser rings um den Canyon, nah am Abgrund stehen und auch im Canyon selbst. Die Anzahl der Touristen ist sehr überschaubar und wir machen uns auf auf den 8 km Rundweg in und um den Canyon und ganz ohne Maske. Erstmal hinunter zum Wasser, dann auf die andere Seite, im Canyon entlang, auf der anderen Seite wieder hoch, durchs Dorf, wieder hinunter und auf der anderen Seite wieder hoch.


Auf einem Schild lese ich, dass es Vipern gibt, beschließe also in der Mitte des Weges zu gehen, damit mich aus dem Gebüsch nichts anfallen kann. Nach ein paar Metern, was liegt genau in der Mitte, eine Schlange! 


Der Wanderweg ist wirklich idyllisch und entspannend, genau das Richtige nach den vielen Stadtbesuchen. 





Zurück trinken wir kurz etwas im Café, zu Essen gibt es ja nix. Inzwischen sind es 29°. Ein paar Kilometer wollen wir noch schaffen und fahren 118 km zum Campingplatz "CAMPING Site et Paysages le Ventolou", irgendwo in der Taiga, nein immer noch in Okzitanien, im Department Lot, benannt nach einem Fluss. Sehr netter Empfang und einen Swimmingpool gibt es auch. Halt etwas dörflich gelegen.



Heute ist Kochtag, Bratkartoffeln mit Brathering und Salat und Kekse und Eierlikör und Aperol-Spritz und Bier und noch ein Glas Wein, der muss weg - wir haben also ausreichend Zeit unseren Blog zu aktualisieren. 
Bisher haben wir 2396 km zurückgelegt. Es sind noch etwa 1400 km bis nach Hause.



Freitag, 4. September 2020

Carcassonne - die Franzosen kommen uns spanisch vor

Eine nächtliche Wanderung von Steffen zum Waschhaus reißt mich aus dem Schlaf. Ich dachte, so etwas machen nur Rentner! Heute Morgen geht es etwas schneller, fix gefrühstückt, alles ins Wohnmobil gepackt und los gehts, gegen 10:15 Uhr. Wir entscheiden uns für die Maut-Strecke, geht schneller. Unser Ziel ist heute Carcasonne, adé Mittelmeer. 


Auf der Fahrt dorthin wird es hügeliger, das müssen die Ausläufer der Pyrenäen sein. 26°, keine Wolke, es muss ewig nicht geregnet haben, alles staubtrocken.


Gegen 12:15 Uhr erreichen wir Carcassonne, gleich oben an der Burg gibt es einen großen Parkplatz für Wohnmobile. Auf dem gesamten Burggelände wieder Maskenpflicht, langsam nervig aber 135 Euro Strafe wollen wir auch nicht bezahlen. Diese Burg ist riesig, also richtig riesig, riesig!



Im Inneren befinden sich unzählige Restaurants, Cafés, Geschäfte und Hotels. Fast wie eine eigene kleine Stadt. Ob das nun passt oder nicht, sei dahingestellt. Man hat zu tun, das gesamte Gelände zu erlaufen. 
Wir gehen in das Museum über die Inquisition. Ein Drittel des Gelesenen hat gereicht, danach kann doch keiner mehr schlafen, abgewählt, will man nicht wirklich sehen. So entschließen wir uns in die Stadt hinab zu wandern.


Und wie es der Zufall so will, kommen wir an Steffens täglichen Übungsaufgaben vorbei. Heute bin ich gnädig, er muss sich nicht zum Hampelmann machen, nichts ahnend, was da noch kommt.



Durch einen Park, über den Fluss, eine Gasse entlang (da steht schon wieder Olaf).


Auf der anderen Straßenseite ein Restaurant, wir haben ein bisschen Hunger, vllt. ein klitzekleiner Salat. Wir setzen uns in die Brasserie, dort sitzen auch andere und mappeln fleißig - "Tut uns leid, wir schließen!" 🤔🧐 Wieeeesooooo? 14:30 Uhr, jetzt, wo alle Touristen unterwegs sind. Die Franzosen kommen uns spanisch vor. Von 14 bis 19 Uhr gibt es nix zu essen in Restaurants oder Cafés, nur Getränke. So richtig geht es dann erst wieder abends los, das nervt gewaltig, außer Fastfood keine vernünftige Küche.

So schlendern wir durch die Gassen und entdecken die Kirche, irgendetwas mit einem heiligen Vincent.  






Steffen kommt doch noch zu seinem Sportprogramm, 232 Stufen rauf zum Glockenturm. Die Aussicht ist fantastisch und wir haben das perfekte Bild von Carcassonne. 


Jetzt haben wir uns einen Kaffee verdient und Törtchen, Steffen hat Törtchen mit Käse und Toast. 


Danach geht es wieder rauf zur Burg bis zum Wohnmobil, vorbei an einem kleinen Laden für Waren des täglichen Bedarfs. Eine Kleinigkeit zum Abendbrot! Nach 5 min schaue ich in Steffens Korb, nur Bierbüchsen! Ich frage ihn, was genau ich davon essen soll. Seine Antwort: "Das ist für meinen Freund Olaf ...". 

Wir fahren weiter und stehen jetzt in Castres auf einem kleinen Campingplatz am Ufer des Agout, der scheinbar die beste Creperie der Gegend hat, das Restaurant ist voll und so bekomme ich doch noch etwas zu Essen nach 17000 Schritten. 







Donnerstag, 3. September 2020

Montpellier

Für heute haben wir uns Montpellier ausgesucht. Nach dem Frühstück zur Bushaltestelle gespurtet, weil Sabine trödelig war heute morgen, 3 min gewartet (weiß gar nicht, was er hat, haben wir doch geschafft) und da kam auch schon die 606. (Anmerkung von Steffen: das war für heute mein Frühsport, falls irgendwo die Frage aufkommt: Wann macht Steffen eigentlich seine Übungen 😂) 


Irgendwo am Stadtrand war Endstation und wir beschließen ins Zentrum zu laufen. Als erstes kommen wir auf einen Markt,  mit Leierkastenmann und -frau und erstehen ein hübsches kleines Bild als Andenken. 


Die Stadt hat unzählige kleine Gassen mit Restaurants, Bars, Cafes, Geschäften jeglicher Art und überall sind Menschen und genießen das Flair, die Sonne und bummeln vor sich hin. Wir erlaufen uns einige der touristischen Highlights der Stadt:

Tour de la Babotte

La Tour de la Babotte - alter Stadtturm mit grünem Garten und Café dahinter. Das ist eigentlich ein Geheimtipp, das Tor nicht nur von außen zu fotografieren, unbedingt durch das Tor gehen, denn dahinter eröffnen sich mehrere Restaurants, abseits der völlig überlaufenen Straßencafés. 

St. Pierre Kathedrale 

Die St. Pierre Kathedrale konnten wir leider nicht von innen besuchen, da mal wieder Mittagszeit war, also eigentlich nach dem Mittag, 14:30 Uhr, wo bekanntlich in France nix geht. Außer: "Wir haben Getränke" 😳. Beeindruckend auf jeden Fall die Größe, umwerfend.

Aqueduc de Saint -Clément 

Aqueduc de Saint -Clément - Aquädukt der alten Römer mitten in der Stadt mit Ausblick auf den Westen der Stadt.

Porte de Peyrou

Porte de Peyrou - Triumpfbogen, ein wirklich schönes Motiv, ich habe es von allen möglichen Richtungen fotografiert, aber das hier ist das schönste Foto.


Ein Wunschbaum

Jardin des plante de Montpellier - botanischer Garten, nachdem wir einmal komplett um den Garten herum gelaufen sind und den Eingang gesucht haben, finden wir diesen Baum, der wie die Klagemauer in Jerusalem in jeder Spalte kleine Zettelchen der Besucher aufbewahrt.

Carré de Sainte Anne

Carré de Sainte Anne - keine Kirche, ein Museum, leider geschlossen.

Absolut beeindruckend sind diese Häuserfassaden, perspektivisch bemalt. Wir haben am Anfang nicht realisiert, das es ein Bild ist. 


Nach 3 Stunden brauchen wir eine Abkühlung von innen, wir haben inzwischen 28 Grad. Kurze Pause im Café und dann treten wir den Heimweg durch die Gassen an. Mit der Tram geht es zur Busstation und von dort wieder zurück mit der 606. Keine Müdigkeit vortäuschen, umziehen und ab an den Strand, Abkühlung von außen. 


Mit 22000 Schritten befinden wir genug der Bewegung und ab in die Kneipe, Kalorien nachschieben, ich brauche etwas zum Verbrennen, mir ist kalt, die Sonne ist weg. 


Dort lassen wir den Abend ausklingen, werden auch nicht alt, morgen früh geht's wieder raus aus den Federn und weiter auf unserer Tour. 



Mittwoch, 2. September 2020

La Grande Motte - die große Motte oder der Nixmachtag

La Grande Motte - die große Motte.
Nee, wird wohl nicht übersetzt. Eigentlich heißt Motte übersetzt Scholle, macht aber irgendwie keinen Sinn. Wir befinden uns in der Region Okzitanien. Die Stadt hat ca. 8800 Einwohner und wurde 1960 aus dem Boden gestampft. Hotels, so weit das Auge blickt und Campingplätze. Das Wahrzeichen der Stadt sollen die terassenförmig angelegten Häuser, nach dem Vorbild aztekischer Stufenpyramiden, sein.


Corona hat uns eingeholt, im gesamten Stadtgebiet Maskenpflicht. Nach dem Frühstück entschließen wir uns zum Strand zu gehen und dort am Wasser entlang bis zum Hafen zu marschieren und durch die Stadt zu bummeln. Der Name des Cafés lädt uns zum Verweilen ein. 







Die Sonne brennt und so schlendern wir zurück zum Campingplatz und probieren den Pool mit Aufseherin aus.
In ihrem Verantwortungsbereich liegt:
- grüne Armbänder kontrollieren 
- aufpassen, dass niemand ertrinkt
- Liegen auf den passenden Abstand rücken
- Desinfektion der Liegen


Heute ist "Schlüsselburg-Nudeln"-Tag. Sabine kocht, mein Hotel-Angestellter muss abwaschen. Oder Gewalten-Teilung.


Es bleibt also noch Zeit Euch mit neuen Informationen zu versorgen und so sitzen wir noch draußen und schreiben am Blog. 


Dienstag, 1. September 2020

Am Mittelmeer

Wir verlassen 10:15 Uhr Montélimar mit dem Ziel Montpellier. Der Campingplatz bekommt von uns die Note billig, in jeder Hinsicht. Olaf würde sagen: "Du wolltest doch gar nicht sparen" 🧐 es ist sonnig, windig, 19°C.


Es soll heute richtig warm werden, endlich und was machen Schlüsselburgs, gehen in eine Höhle, eine Tropfsteinhöhle (Cave de Cocaliere), 14° 😲.


Die Straßen dorthin werden immer enger, wir kommen aber gut durch, Steffen muss etwas den Bauch einziehen. Gegen 12:00 Uhr haben wir die Höhle erreicht und da wir morgens nicht aus dem Bett gekommen sind, werden wir jetzt bestraft, nächste Führung 14: 15 Uhr.  Als braver deutscher Bürger warten wir. Laufen durch die Gegend, trinken einen Kaffee und so ist die Zeit auch fix rum.

 Es ist bruzzelig von oben :)


Historisch: Schutzbau/Unterkunft für Schäfer

Das Warten hat sich gelohnt, mit Räuber-Maske marschieren wir hintereinander in 40 m Tiefe. Verstehen tun wir nix, nicht schlimm, der Anblick entschädigt.




Der Weg durch die Unterwelt dauert etwas eine Stunde, am Ausgang werden wir von einer Bimmelbahn wieder abgeholt und zum Startpunkt zurückgebracht.


Inzwischen sind es 27° und es geht weiter, noch mal eine Stunde Fahrt, das Ziel, "Bambouseraie de Prafrance" (Ein botanischer Bambus-Garten), wo wir gegen 16:30 Uhr eintreffen. Werner hat heute Geburtstag, so wollen wir für ihn eine Exkursion durch den Park machen!



 Die Faule Sau schläft.


Der Park bekommt die Note "ausgezeichnet" und wird mit einem "Muss" eingestuft. Inzwischen haben wir es 18:45 Uhr, sind spät dran, wir wollen doch noch bis zur Küste, 56 km. Die Straßen werden breiter, neu, gut ausgebaut, wahrscheinlich die Einflugschneise für Touristen zur Cote d'Azur und somit geht es doch schneller als gedacht. 20:30 Uhr erreichen wir den Campingplatz. 


Wir sind in "La Grande Motte" auf dem Platz "Camping Le Garden". Hier, haben wir beschlossen,  bleiben wir bis Freitag. Beim Nachbar-Campingplatz brennt noch Licht und sie geben uns auch noch etwas zum Essen. Die alten Leute sind müde und gehen gegen 23 Uhr in ihr fahrendes Hotel.