Dienstag, 22. August 2023

Heute machen wir nix

Gesagt, nicht getan. 🙂
Wir sind wieder fit und ausgeschlafen und verlassen den Campingplatz. Eigentlich sollte das WOMO noch versorgt werden aber da stehen schon andere, dauert zu lange.
Wir fahren Richtung Utrecht. Ist man erstmal auf diesem Weg, kommt man hier
nicht dran vorbei.
               das " Kasteel de Haar"
Die Tore öffnen sich 10 Uhr und wir sind schon da. Der Parkplatz ist groß genug, war aber später voll. 
Die Burg wurde vom damaligen Eigentümer Baron Étienne Van Zuylen Van Nyevelt Van de Haar (1860-1934) und seiner Frau Hélenè de Rothschild (1863-1947) wieder aufgebaut. Die Burg geht auf das 12 Jh. zurück und war nur noch eine Ruine. Die Architekten Pierre und Joseph Cuypers wurden damit beauftragt die Burg im neugothischen Stil zu errichten. Die Dame des Hauses war so reich,  dass Geld keine Rolle spielte. Sie kam aus einer französischen Bankiersfamilie.
Wikipedia hilft hier bestimmt weiter oder ein Buch.
Man kommt zu den ehemaligen Reitställen, wo sich der Ticketautomat befindet, 2 x 19 Euro + 6 Euro Parkgebühr.Dann geht es durch den Rosengarten 
und man glaubt seinen Augen nicht. Absolut beeindruckend! 
Stufen hinauf, Ticket einscannen,  dann bist du drin und darfst den Rundgang beginnen.
Der Heer des Hauses wollte den ehemals offenen Innenhof kathedralenartig überdacht haben, hat er auch bekommen
Man kommt in diese Vorhalle und ist sprachlos. Es wurde nicht dauerhaft als Wohnsitz genutzt, oft für Gäste und Feste. Viele Prominente haben sich hier die Klinke in die Hand gegeben. Auf einem Rundgang wird man durch die Räume geführt und Mueumspersonal gibt es auch bei Fragen.
Der Speisesaal
Das Ehepaar waren begeisterte Antiquitäten-Sammler 
der Ballsaal
Es gab 20 Schlafzimmer und jedes mit einem Bad. Fließend Wasser kalt und warm, elektrisches Licht , eine Heizung (Kamine waren nur Atrappe), Telefon, ein Frisiersalon, ein Aufzug.
und ein 5m langer Herd 
der sich natürlich mit allen Räumen, die so zur Küche gehören, ganz unten befindet.
Außen ist die Burg von Wasser umgeben. 

und einem großen, schön angelegten Park mit Wildtiergehege, der zu einem Spaziergang einlädt.
Da wir befanden, dass das für "nix tun" ausreicht, sind wir gegen 15 Uhr auf den nächsten Campingplatz gefahren.
Wir stehen jetzt in einer Baumschule oder ehemals Baumschule/Obstgarten. 
Buitengoed De Boomgard
mit Badeteich.

Amsterdam

Der Campingplatz "Gaasper Amsterdam" bietet einen perfekten Ausgangspunkt für einen Besuch von Amsterdam. Wie immer, frühzeitiges Aufstehen sichert gute Plätze. Kein Frühstück, 2 belegte Brötchen eingepackt und wir starten gegen 9:30 Uhr. Tickets für die Metro gibt es an der Rezeption. 
Wir fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln! 
Die Metro-Station ist nicht weit entfernt und pünktlich 10 Uhr stehen wir vor dem 
Van Gogh-Museum.  

"DU KOMMST HIER NET REIN! "

Tickets sind ausverkauft, zur Zeit 2 Wochen im voraus online bestellen.😡 
Wir drehen uns um und gehen halt ins Rijk-Museum. Kunst und Geschichte der NL. 
Karten kann man online buchen für ein bestimmtes Zeitfenster, 10:45 Uhr bis 11 Uhr. Passt für Kaffee und Brötchen vorne weg. Im Durchgang stehen Sänger und Musiker und spielen klassische Musik, um sich etwas Geld zu verdienen, wirklich gut.
Sonnenbrille muss runter, Taschenkontrolle! (Da steht ein Mann ohne Eigenschaften)

Wir sind keine Klimakleber! 

Wir wählen die alten Meister vom 16 Jh. bis zum 18Jh. Wir sind absolut beeindruckt von den gesammelten Kunstschätzen. Ein Audioguide erleichtert die Sache oder man gibt die Bildnummer ein und erhält die passende Information. 
Rembrandt hat hier das einzige Paar in Lebensgröße gemalt. Marten und Oopjen Soolmans. Der Vater von Martens kam von Antwerpen nach Amsterdam und machte sein Vermögen in der Zuckerindustrie. Die beiden heirateten 1633. Er war 20 und  Student der Rechtswissenschaften und fertig für eine Karriere in der Politik. Er starb 8 Jahre später.  Beide Bilder hat das Museum für je 80 Mio. erworben.
"Das Milchmädchen" von Vermeer 
Ein Tischautomat (eine Trinkuhr), dieser konnte über den Tisch fahren und bei dem sie stehen blieb, der musste aus dem Kopf des Hirsches oder der Hunde trinken (waren abnehmbar)
Ein Selbstporträt von Rembrand 
Um die Locken darzustellen hat er Farbschichten mit einem Pinsel wieder aufgebrochen. 
Tisch  mit Intarsien aus Perlmutt 
Eine Pyramidenvase für Blumen aus China oder Delft 
Die altehrwürdige Bibliothek 
Und da kommen wir doch noch zu unserem Van Gogh. 
Nach 4 Stunden stehen wir wieder in der Vorhalle und haben somit auch hier vieles nur überfliegen können. Die Größe des Museums lässt erahnen was dort an Schätzen noch schlummert.
Was machen wir nun? Eine Bootsfahrt mit Capt'n Jack 😁
Es geht durch die Grachten und es ist kurzweilig und unterhaltsam,  nur in Englisch. 
Viele Häuser haben viele und riesige Fenster.  Es gab in Holland von 1821 bis 1889 eine Personalsteuer in die die Anzahl der Fenster mit einging. Wer sich stattliche Wohnsitze mit vielen Fenstern leisten konnte, sollte auch entsprechend Steuern zahlen. Hatte man Fensterläden und die Fenster waren nicht zu sehen, war man raus.

Schiefe Häuser,  der Untergrund! 
Hier hat jemand eine ganze Häuserzeile gekauft und baut das erste 6 Sterne Hotel Europas in diesem ganzen Ensemble. 
Die Tour geht über die Amstel.
Wir bummeln weiter, ein Kaffee-Stopp und unser Ziel ist ein Schiff, was sonst.
2021 hat man 18000 Fahrräder aus den Grachten geholt.  Es gibt 2 Grachtenfischer.
Die Blauwbrug 
Wir laufen immer noch. 
und finden doch glatt den wahrscheinlich einzigsten Nussknacker in Amsterdam.
Wir laufen gefühlt bis ans Ende der Welt und da steht sie dann:
Die " Amsterdam" mit dem Schifffahrtsmuseum dahinter.
Dafür kommen wir noch an der "Badeanstalt" vorbei und einer Szene-Kneipe (kennt wahrscheinlich kein Tourist, SUP SUP Club Amsterdam) 
Man könnte ja mal was anderes essen in Holland 🤔
Das Spiel hatten wir heute schon, du kommst hier nicht rein, haben sie vorgebucht, nö.
Also weiter in ein Pannekoeken-Haus. Und wie es der Zufall so will, befindet sich dieses gegenüber der Central-Station. Wie praktisch, ab in den Untergrund, einmal umsteigen und schon sitzt man im WOMO.
Es ist spät, deshalb gab es gestern kein Blog mehr, morgen machen wir nix, so der Plan.