Samstag, 9. August 2025

Radfahren im Regen macht Spaß

8 Uhr, Steffen holt Brötchen und Frühstücks-Eier und verlängert gleich unseren Aufenthalt um eine weitere Nacht, weil, wir haben heute Abend den Willen zum Grillen.

Wir starten gemütlich in den Tag. Das Wetter sieht recht gut aus.

Für heute haben wir uns eine kurze Etappe auf dem Vänerledden herausgesucht. Der Fernradweg verläuft um den ganzen See (größter See Schwedens, 5519,1 km², drittgrößter in der EU, 106 m tief, 22.000 Inseln, Küstenlinie 4800m) und ist in mehrere  Etappen eingeteilt, insgesamt 640 km lang.

Unser Ziel ist die Dalaborg, nur 17 km, kann ich schaffen, die anderen sowieso. 

Nach dem Frühstück fängt es an zu regnen, wir verschieben den Start. Keiner traut mehr dem Wetterbericht, wir fahren trotzdem.

Der erste Stopp ist am Glockenturm 

der Järns kyrka. Sie steht an einer Teilstrecke des Pilgerweges nach Trondheim. Die Teilstrecke in Dalsland ist 100 km in nord-südliche Richtung und nennt sich “Pilgrimsleden”. 

    Der "Pilgrimsleden mit den einzelnen Etappen in Dalsland. 

    Ein paar nähere Informationen dazu.

Für Ines K. vielleicht interessant:

Trekkingtrails.de Pilgrimsleden-Trekking in Dalsland

Am Ende werden Dir Deine Sünden vergeben.

Es regnet, wir stellen uns dort unter und warten die Wolke ab. Es geht weiter Richtung Grinstad. Wir können uns gerade so zur nächsten Kirche retten

und stellen uns unter die Bäume auf dem Friedhof.

Weiter geht's, niemand bemerkt es, Abzweig verpasst, zu weit gefahren, nächste Regenwolke, die Bäume am Straßenrand müssen reichen.

    Steffen ist skeptisch!

7 min später stehen wir auf einem verlassenen Grundstück und lassen dem Regen seinen Lauf.
noch grinst er

39 min später:
Wenn da mal nicht der Eigentümer mit dem Besen rauskommt 🤔🫣

Spätestens jetzt ist keiner mehr trocken. Die Strecke wurde wieder richtig eingenordet und so nebenbei bemerkt: Wo "privat" dransteht, hat es keinen Sinn weiterzufahren! Sonst fährt man die Strecke zweimal, Steffen! Und so ist es auch geschehen 🤭

Die Dalaborg (Ruinenreste) kommt in Sicht und es ist ein netter Punkt zum Verweilen. 



Wo ist die Burg?🧐

Geschichtlich muss sie wohl für Schweden wichtig gewesen sein. Es geht weiter. 

 Das sieht nicht gut aus.

4 Fahrräder, 4 Personen, 3 Regencapes, geht irgendwie nicht auf, einer muss dran glauben und das ist Steffen. Egal, sind eh alle nass. Heute zeige ich meine soziale Ader und lasse Steffen unter mein Regencape.

   Die stecken unter einer Decke!

   Der grinst auch noch.

Jemand wirft das Stichwort “Leuchtturm“ in den Raum und schon geht es auf zum “HJORTENS FYR”. Der Regen ist schneller. Wir sind erneut durchnässt.



   Er guckt immer noch skeptisch 🤔

Anschließend geht es zurück zum Campingplatz, ich bin motiviert, da Steffen die Zielprämie schon heute Morgen eingekauft hatte:

Zimtwecken😋😋😋

Ilka und Olaf schicke ich vor zum Kaffee kochen, wenn man nicht so schnell fahren kann, hat das auch Vorteile. Am Ende sind es 47 km geworden.

Kaffee + schwedische Zimtwecke + Sonne, was besseres gibt es nicht. 

Zum Abend hin wird es kalt und windig, der Wille zum Grillen schwindet. Olaf macht Soße und Sabine die Nudeln. Anschließend machen die Frauen einen Abstecher zum Strand.



 Wir hätten auch in den Pool springen können, einfach zu kalt.

Ilka hat Mitleid mit Steffen (der friert, ich auch) und spricht eine Einladung aus in Norbert's Wohnmobil. Wir gehen rein und spielen mir zu Liebe eine Runde Scrabble, ich gewinne 😁.

Freitag, 8. August 2025

Göteborg mit Hindernissen

Wir sind unbeschadet durch die Nacht gekommen, Killer-Krabben und jugendliche Prolls haben uns nicht angegriffen, der Sturm hat die WOMOS nicht zerlegt, war nur etwas zu kurz die Nacht. Der Wind hat etwas nachgelassen. Frühstück gibt es aber im WOMO, einfach zu kalt. Ich klettere mal auf die Felsen und so ist der Ausblick:



Die Lagebesprechung gestern Abend ergab folgendes für den Tag:

  • Campingplatz vorbuchen für den Abend

  • Parkplatz in der Stadt suchen

  • Bootstour machen

  • Den botanischen Garten besuchen

  • Den Trollhättan-Wasserfall bestaunen

Also Start gegen 10:15 Uhr, Richtung Stadtmitte.


Der Parkplatz in der Parkgatan ist perfekt! Parkgebühr bis 15 Uhr am Automat bezahlt. 

   Hier ein Bild für Norbert, alles iO,  kannst ruhig schlafen! 

Wir laufen durch den Bältespänerparken 

    Im Hintergrund ein Ocean-Bus, fährt auch im Wasser

zum Bootsanleger des Anbieters “Stromma”.

    Entweder dicke Freunde oder Kuschelbedarf🤔

Nach 15 min sitzen wir im Boot 

    Empfehlung: nicht vorne die Plätze einnehmen!

und befahren den Kanal bis zum Hafen unter 28 Brücken hindurch und in einer Rundtour wieder zurück zum Ausgangspunkt. Die Führung ist in Englisch und Schwedisch. Eine Führung mit Audio Guide ist wohl auch möglich. 

   Deutsche Kirchengemeinde Göteborg, evang.

   Oper

   Das Segelschulschiff "Viking", was weit in der Welt herumgekommen ist. Jetzt ist es ein Hotel.

   Das Gebäude wird als "Lippenstift" bezeichnet , beinhaltet Restaurant und Konferenzräume, im Hintergrund die Hisingsbron

    Die Schweden mögen ihn nicht, wird "Der Reißverschluss" genannt. Hier ist die IT-Branche untergebracht. 

   Werbung für ein deutsches Restaurant,  welches sich in dem gelben Gebäude befindet. 

Kaum setzen wir einen Fuß an Land, fängt es an zu regnen. So kann das nicht weitergehen! Unter einer Überdachung müssen wir den Regen abwarten. 

Jetzt auf zum botanischen Garten, 45 min Fußweg, Olaf ist nicht überzeugt aber er muss mit.

Durch den Kungsparken, 

an der Hagakyrkan vorbei, 

ein Stück durch die Haga Nygata (Einkaufsmeile), 


Richtung Skansen Kronan

 

und dann durch den Park Slottskogen (eine riesige grüne Fläche mit den unterschiedlichsten Aktivitäten-Möglichkeiten). Gegenüber befindet sich der botanische Garten. Im Slottskogen ist eine riesige Bühne aufgebaut für das "Way Out West"- Festival (ca 55.000 Besucher)


und dementsprechend weiträumig abgesperrt. Wir müssen es umrunden, entscheiden uns aber für die falsche Seite und haben mehr Schritte auf der Uhr, als wir wollten.

Am botanischen Garten angekommen müssen wir unser Park Ticket verlängern, ehe man durchblickt (Parkering Göteborg-App),  ist eine halbe Stunde weg. Dafür entschädigt der Garten, der sehr schön angelegt und kostenfrei ist. Wir nehmen uns 1,5 h Zeit...

    am Eingang 

    Im Hintergrund chilenischer Riesenrhabarber
    Kaiserkrone
   Ein Gemüsegarten, wie aus dem Bilderbuch. 
   Das japanische Tal mit Wasserfall

   Genug 😀, ich hätte noch mehr Bilder 

..... fahren dann mit der Straßenbahn zurück zum WOMO.
Gerade fährt ein Elektro-Stadtbus zum Aufladen, interessante Sache! 
Weiter geht es zum Trollhättan-Wasserfall. 
   Der obere Stausee ist voll.


    Trollhättan Kyrka

Wir sind das zweite Mal dort, Wasser ist genug da aber wieder kein Wasserfall. Also nichts zum Bestaunen. Wir sollten einen Brief schreiben an Herrn Vattenfall! 
Jetzt geht es in Richtung Vänernsee zum vorgebuchten Campingplatz “Vita Sandar”.

Es ist 20 Uhr,  62,6°F und 1005 km liegen hinter uns. Ver- und Entsorgungsstelle liegen vor der Schranke, alles vollautomatisch🧐 Olaf ist höchst angetan von der Reinigung der Chemietoilette, traut der Sache nicht und vermutet einen Insassen. 

   Da ist niemand drin!

Wir melden uns an, wir sind im Computer erfassst, Olaf und Ilka nicht, sie haben ein falsches Datum eingegeben bei der Online-Anmeldung, die Dame an der Rezeption bucht alles kostenlos um und wir bekommen neue Stellplätze, sogar nebeneinander. Alles wieder im grünen Bereich🤗

Steffen hat für draußen sitzen aufgebaut,  jeder hat die Wahl, Decke, Winter-Pullover oder Schnaps. Ich nehme alles drei.

 

Donnerstag, 7. August 2025

Der Kattegadleden

Uns begrüßt ein Sonne und Wolken Mix. Der Wind hat noch zugelegt. Ich glaube, es besteht Lebensgefahr!

Ich hatte eine Radtour-Etappe auf dem Kattegattleden herausgepickt, von Helsingborg nach Höganäs und zurück. Wir starten gegen 10 Uhr.



 Vorbei am Sofiero Slott, 


... durch den Ort Laröd, an der Mühle vorbei,

... zum Hafen nach Domsten, 



... vorbei an vielen schönen Strandhäusern, 

... am Haven von Viken entlang,


... durch den Vorort Lerberget nach Höganäs zum Hafen.

    Ein Campingplatz 


Der Himmel trügt, die Fahnen stehen waagerecht und dann sieht man beim Fahren ungefähr so aus:

Ein Eis geht immer und dann geht es wieder zurück mit einem Zwischenstopp in Domsten am Hafen zum Fisch essen. Beim WOMO angekommen 

geht es auch gleich weiter in Richtung Göteborg. Start ist 15 Uhr, mal sehen, wohin es uns treibt. Gegen 16 Uhr regnet es so stark, dass Aquaplaning-Gefahr auf der Autobahn besteht.

Wir fahren so lange, bis die Sonne wieder scheint und das ist zufällig in Göteborg. Das WOMO verlangt sein Recht, wir brauchen einen Campingplatz. Etwas später. Der Campingplatz will uns nicht, also Plan B.

Plan B ist auf einem Parkplatz an einem Badestrand/Sportanlage. Wir stehen dort allein.

Sieht erstmal ruhig aus! Es ist inzwischen so stürmisch an der Küste, dass man in 5 min steif gefroren ist. Keiner will draußen bleiben, die Rettung ist vor unseren Augen:

Eine Strandbar

Da erledigen wir gleich das Abendbrot und dazu gibt es ein geistiges Getränk. Die Bäume schwanken hin und her und es regnet, wir sitzen hoch und trocken. Gegen 21 Uhr beschert uns der Himmel einen schönen Sonnenuntergang. 

Die Krabben sind hier etwas größer als normal, könnte auch am Schnaps liegen!

Gegen 23 Uhr ist Nachtruhe und um 3 Uhr Morgens ist sie vorbei. Jugendliche hatten sich den Platz auserkoren für illegale Autofahrstunden mit netter Musik dazu.

Vielen Dank auch! 😟